Hypercube/One

Wie fing das eigentlich mit den ÜBERSCHRIFTEN an?

Das ist eine schöne Frage, weil das eine ist, die ich nicht mit einem bestimmten Ereignis oder besonderen Augenblick oder so ähnlich beantworten kann. Der Weg zu den ÜBERSCHRIFTEN war ein Prozess.

DU WEISST OFT, WIE EINE GESCHICHTE ENDET, ABER SELTEN, WIE SIE ANFÄNGT //

Vor ein paar Jahren hatte ich ein großes Projekt übernommen, das mich unerwartet in Vollzeit beschäftigt hatte — und in seiner Größe, seinen (Vor-)Bedingungen und seinen Abhängigkeiten dann allerdings komplex gescheitert ist. Fehler wurden gemacht, Menschen enttäuschten einander, Lektionen wurden gelernt.

Frühe Gesprächsnotizen
Frühe Gesprächsnotizen

Um mir darauf einen anderen Blickwinkel zu ermöglichen und besser mit einigen unerwarteten Dingen umgehen zu können, hatte ich mich wieder intensiver mit dem Stoizismus auseinandergesetzt, und vor, während und nach meinen „üblichen“ Gesprächen auch Notizen in Bezug darauf gemacht.

Dabei hatte ich bemerkt, dass viele Themen und Reibungspunkte immer wieder auch bei meinen Gesprächspartner:innen auftauchten, hatte deshalb wichtige Aussagen dazu zusammengefasst, und dann versucht, daraus einen Business-Case zu stricken. Und Fehler wurden gemacht, Menschen enttäuschten einander, Lektionen wurden gelernt.

Der Business-Case war nicht so gut
Der Business-Case war nicht so gut

Ich ging meine Notizen und alten Texte wieder und mit einem neuen Blickwinkel durch, und hatte sie unter anderem bewusst gegen diesen Motivationals- und Coaching-Bullshit gesammelt1, der mich aufgrund anderer Tätigkeit in den sozialen Medien verfolgte, weil ich da schon der Auffassung war, dass er sicherlich nicht nur mir kaum wirklich hilft und nicht dort berührt oder auf eine Art anspricht, wie und wo es wichtig wäre; dass er meist nicht haltbar ist und selten zur notwendigen Reflexion einlädt.

Aus meinen neuen Notizen zu diesen Themen wurden die Überschriften in meinem Zettelkasten.

Schließlich wollte ich sie dann selbst mit einem künstlerischen Anspruch und in den sozialen Medien veröffentlichen, um zu zeigen, dass das eben anders als in jenen Accounts geht: Wenn wir es wie alle anderen machen, bekommen wir auch nur dieselben Ergebnisse wie alle anderen. So ergab sich die erste Darstellung, die ersten Drucke und auch die erste geplante Ausstellung, aus der leider nichts wurde. Und fast wäre das das Ende der Geschichte gewesen.

Aus wichtigen Umständen heraus habe ich die ÜBERSCHRIFTEN jedoch wieder aufleben lassen. Bald kommt die Version Nummer Vier — du kannst also davon ausgehen, dass wieder Fehler gemacht wurden, Menschen einander enttäuschten, Lektionen gelernt wurden.

Was ich am liebsten mache
Was ich am liebsten mache

Vielleicht wird mir deshalb gelegentlich gesagt, dass einige ÜBERSCHRIFTEN so negativ seien.2 Und das verstehe ich sehr gut! Die gehören allerdings zu diesen Themen und somit zum Leben dazu, und auch, wenn das nur mit den kurzen Texten nicht immer so klar ist, aber oft das Ergebnis ist, mit ihnen zu arbeiten: Optimismus ist eine Fähigkeit, die jeder lernen kann. Dafür müssen wir halt auch erst mal akzeptieren, was irgendwie scheiße ist.

Und das ist die ganze Geschichte bis zu den Anfängen unter ihrem Namen, und ein kleiner Ausblick, wie sie weitergehen kann.


Buchtipp: Marcus Aurelius, „Meditations“ (in der Übersetzung von Gregory Hays).3

Fußnoten

  1. Was andere natürlich viel besser machen! 
  2. Oder wie mir mal jemand sagte, dass ich ein lebensbejahender Pessimist sei. 
  3. Das ist aktuell das meistverschenkte Buch von mir. 
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